Ratgeber

Prepaid im Ausland: EU-Roaming, Schweiz, Drittländer

Roam like at home in der EU, Fair-Use-Grenzen, teure Ausnahmen wie Schweiz, Türkei und Schiffe sowie Reise-SIMs und eSIMs für Fernreisen.

Wer mit Prepaid verreist, profitiert seit 2017 von den EU-Roamingregeln. Seitdem fallen in den Mitgliedstaaten keine zusätzlichen Roaminggebühren mehr an. Die Regel wurde 2022 bis zum Jahr 2032 verlängert. Trotzdem lohnt sich ein Blick in die Leistungsbeschreibung, denn es gibt Ausnahmen, Grenzen und Länder, die nicht dazugehören.

Roam like at home: was es bedeutet

Innerhalb der EU sowie in Island, Liechtenstein und Norwegen nutzen Sie Ihren Tarif so, als wären Sie zu Hause. Inklusivminuten, SMS und Datenvolumen gelten weiter, Verbindungen werden nach dem Inlandspreis abgerechnet. Auch eingehende Anrufe kosten nichts extra. Das gilt für Prepaid und Laufzeitverträge gleichermaßen.

Wichtig ist der Unterschied zwischen Roaming und Auslandsgesprächen: Wenn Sie aus Deutschland eine Nummer in Spanien anrufen, ist das ein Auslandsgespräch und kann extra kosten. Wenn Sie in Spanien eine deutsche Nummer anrufen, ist das Roaming und wird wie ein Inlandsgespräch berechnet.

Fair Use: die Grenze beim Datenvolumen

Damit Roaming nicht zum Dauerzustand wird, erlaubt die Verordnung sogenannte Fair-Use-Regeln:

  • Anbieter dürfen prüfen, ob Sie überwiegend im Inland leben und den Tarif dort nutzen. Wer dauerhaft im Ausland surft, kann nach einer Warnung Aufschläge zahlen müssen.
  • Bei günstigen Tarifen und bei Prepaid darf das Datenvolumen im EU-Ausland nach einer Formel begrenzt werden, die sich am Paketpreis orientiert.
  • Ist die Grenze erreicht, darf ein kleiner Aufschlag pro Gigabyte berechnet werden, der ebenfalls gedeckelt ist.
  • Der Anbieter muss Sie per SMS informieren, wenn Sie das Roaming-Volumen ausgeschöpft haben.

Wie hoch Ihr Roaming-Volumen ist, steht in der Leistungsbeschreibung oder im Kundenkonto. Bei großen Paketen kann es deutlich unter dem Inlandsvolumen liegen.

Länder ohne EU-Regeln

Ziel Status Was Sie tun sollten
EU-Staaten, Island, Liechtenstein, Norwegen Roam like at home Fair-Use-Grenze prüfen
Schweiz kein EU- oder EWR-Mitglied Tarifdetails prüfen, ggf. Datenpaket oder lokale SIM
Vereinigtes Königreich seit dem Brexit nicht mehr automatisch dabei viele Tarife schließen es freiwillig ein, vorher prüfen
Türkei, Balkanstaaten außerhalb der EU Drittland Auslandspakete oder Reise-eSIM vergleichen
USA, Asien, Fernreisen Drittland mobile Daten aus, Reise-eSIM oder lokale Prepaid-Karte
Schiffe und Flugzeuge Satelliten- und Bordnetze Datenroaming abschalten, nur WLAN an Bord

Zusätzlich gibt es Grenzregionen, in denen sich Ihr Smartphone ungewollt in ein Netz jenseits der Grenze einbucht, etwa am Bodensee oder an der Grenze zur Schweiz. Wählen Sie dort das Netz notfalls manuell aus.

Vor der Reise: kurze Checkliste

  1. Prüfen Sie, ob Ihr Reiseland zur EU-Roamingzone gehört oder im Tarif enthalten ist.
  2. Sehen Sie nach, wie viel Datenvolumen im Ausland zur Verfügung steht.
  3. Laden Sie ausreichend Guthaben auf, denn unterwegs kann das Aufladen umständlicher sein. Wege dazu unter Guthaben aufladen.
  4. Laden Sie Karten, Playlists und Tickets vorab im WLAN herunter.
  5. Schalten Sie bei Reisen außerhalb der EU das Datenroaming ab, bis Sie wissen, was es kostet.
  6. Notieren Sie die Sperrnummer Ihres Anbieters für den Fall, dass das Handy gestohlen wird.

Reise-SIM und Reise-eSIM

Für Fernreisen oder längere Aufenthalte außerhalb der EU ist eine lokale Prepaid-Karte oder eine Reise-eSIM oft die günstigere Lösung. Reise-eSIMs bieten reine Datenpakete für ein Land oder eine Region. Mit einem Dual-SIM-Smartphone bleibt Ihre deutsche Nummer für Anrufe und SMS erreichbar, während die Reise-eSIM das Internet liefert. Wie Dual-SIM funktioniert, erklärt der Bereich eSIM mit Prepaid.

Auch im Ausland gilt: Kaufen Sie eSIMs und SIM-Karten nur bei bekannten Anbietern oder offiziellen Verkaufsstellen. Viele Länder verlangen ebenfalls eine Registrierung mit Reisepass.

Prepaid für Gäste in Deutschland

Umgekehrt brauchen Touristen in Deutschland für eine deutsche Prepaid-Karte ebenfalls ein Ausweisdokument, meist den Reisepass. Nicht jedes Identifizierungsverfahren akzeptiert jedes ausländische Dokument. Eine Prüfung im Shop ist für Gäste oft der einfachste Weg. Mehr dazu unter Prepaid-Karte aktivieren.

Fragen und Antworten

Häufige Fragen

Gilt EU-Roaming auch für Prepaid?

Ja. Die EU-Roamingverordnung gilt für Prepaid-Tarife genauso wie für Verträge. Bei Prepaid darf der Anbieter das Datenvolumen im EU-Ausland nach einer festgelegten Formel begrenzen, wenn der Tarif sehr günstig ist. Die Grenze nennt der Anbieter in der Leistungsbeschreibung.

Ist die Schweiz beim Roaming dabei?

Nein. Die Schweiz gehört weder zur EU noch zum Europäischen Wirtschaftsraum. Manche Tarife schließen sie freiwillig ein, viele nicht. Prüfen Sie das vor der Reise und schalten Sie im Zweifel mobile Daten ab.

Was kostet das Handy auf dem Kreuzfahrtschiff?

Auf See und in Flugzeugen läuft die Verbindung oft über Satellitennetze, die nicht unter die EU-Regeln fallen. Hier können sehr hohe Kosten entstehen. Schalten Sie das Datenroaming ab oder nutzen Sie das WLAN-Angebot an Bord.

Lohnt sich eine Reise-eSIM?

Für Ziele außerhalb der EU oft ja. Eine Daten-eSIM für das Reiseland ist meist deutlich günstiger als Roaming mit dem deutschen Tarif. Die deutsche Nummer kann parallel für Anrufe und SMS aktiv bleiben.

Zuletzt überarbeitet am 27. Oktober 2026. Fehler entdeckt? Schreiben Sie der Redaktion.