Ratgeber

Prepaid-Karte kaufen und aktivieren: Legitimation, Video-Ident, PostIdent

Warum jede Prepaid-Karte per Ausweis freigeschaltet werden muss, welche Verfahren es gibt und was zu tun ist, wenn die Aktivierung hakt.

Früher konnte man eine Prepaid-Karte an der Supermarktkasse kaufen, einlegen und sofort telefonieren. Die Angaben zur Person waren freiwillig und wurden kaum geprüft. Das hat sich im Juli 2017 grundlegend geändert. Seitdem müssen Mobilfunkanbieter die Identität jeder Person prüfen, bevor sie eine Prepaid-SIM freischalten. Der Gesetzgeber wollte damit verhindern, dass anonyme Karten für Straftaten genutzt werden.

Was beim Kauf schon feststeht

Prepaid-Karten gibt es als Starterpaket im Handel, im Onlineshop des Anbieters oder als eSIM direkt per App. Das Starterpaket enthält meist die SIM-Karte in allen gängigen Größen zum Herausbrechen, eine Anleitung und oft ein kleines Startguthaben. Achten Sie vor dem Kauf auf diese Punkte:

  • Passt die Kartenform zu Ihrem Gerät oder brauchen Sie eine eSIM?
  • Welches Netz nutzt die Marke und ist es an Ihren Orten gut? Siehe Anbieter und Netze.
  • Welche Identifizierungsverfahren bietet der Anbieter an und haben Sie das passende Dokument?
  • Wollen Sie Ihre bisherige Nummer mitnehmen? Dann halten Sie die Daten des alten Vertrags bereit.

Die Verfahren zur Identifizierung

Verfahren So läuft es ab Gut für
Video-Ident Videoanruf mit einer Prüferin oder einem Prüfer, Ausweis in die Kamera halten, TAN bestätigen schnelle Aktivierung von zu Hause
Online-Ausweisfunktion (eID) Personalausweis per NFC an das Smartphone halten, PIN eingeben Personalausweis mit aktivierter Online-Funktion
Prüfung im Laden Ausweis im Shop vorlegen, Mitarbeiter erfasst die Daten Kauf im Fachhandel oder in Shops der Anbieter
PostIdent in der Filiale Coupon ausdrucken, Ausweis in der Postfiliale vorlegen wenn Video-Ident nicht klappt
Automatisierte Prüfung per App Ausweis und Gesicht per Kamera, Abgleich ohne Gesprächspartner Anbieter, die das Verfahren zulassen

Welche Verfahren zur Wahl stehen, entscheidet der Anbieter. Nicht jede Marke bietet jedes Verfahren an.

Schritt für Schritt: Aktivierung per Video-Ident

  1. Rufen Sie die Aktivierungsseite oder App Ihres Anbieters auf und geben Sie die SIM-Kartennummer oder den Aktivierungscode aus dem Starterpaket ein.
  2. Tragen Sie Ihre persönlichen Daten ein, genau so, wie sie im Ausweis stehen.
  3. Wählen Sie, ob Sie eine neue Nummer möchten oder Ihre bisherige mitnehmen.
  4. Starten Sie den Video-Ident in einer ruhigen, hellen Umgebung mit stabiler Internetverbindung.
  5. Halten Sie den Ausweis nach Anweisung in die Kamera, auch schräg, damit die Sicherheitsmerkmale sichtbar werden.
  6. Bestätigen Sie zum Abschluss den Code, den Sie per SMS oder E-Mail erhalten.
  7. Legen Sie die SIM ein und starten Sie das Gerät neu, sobald die Freischaltung bestätigt ist.

Für den Video-Ident brauchen Sie eine Internetverbindung. Mit der neuen, noch nicht aktiven Karte geht das nicht. Nutzen Sie WLAN oder ein anderes Gerät.

Häufige Probleme und Lösungen

Der Video-Ident bricht ab. Meist liegt es an Licht, Spiegelungen auf dem Ausweis oder einer schwachen Verbindung. Versuchen Sie es bei Tageslicht und im WLAN erneut.

Die Daten passen nicht. Abweichende Schreibweisen von Namen, fehlende zweite Vornamen oder eine alte Adresse können die Prüfung scheitern lassen. Übernehmen Sie die Angaben exakt aus dem Dokument.

Der Ausweis wird nicht akzeptiert. Abgelaufene Dokumente, Führerscheine und manche ausländische Ausweise funktionieren nicht. Fragen Sie beim Anbieter nach Alternativen wie PostIdent oder der Prüfung im Laden.

Die Karte ist nach der Prüfung noch nicht aktiv. Warten Sie einige Stunden und starten Sie das Smartphone neu. Prüfen Sie, ob eine PIN eingegeben werden muss und ob der richtige SIM-Slot als Standard gewählt ist.

PIN, PUK und Sicherheit

Jede SIM-Karte ist mit einer PIN geschützt, die Sie im Starterpaket finden. Ändern Sie die PIN nach der Aktivierung auf eine eigene Zahlenfolge. Die PUK brauchen Sie, wenn die PIN dreimal falsch eingegeben wurde. Bewahren Sie die Unterlagen deshalb sicher auf. Geht die Karte verloren, lassen Sie sie sofort über die Hotline oder das Kundenkonto sperren. Mit einer Ersatz-SIM behalten Sie Ihre Nummer und in der Regel auch Ihr Guthaben.

Prepaid für Kinder und Zweitgeräte

Für Kinder aktivieren meist die Eltern die Karte auf den eigenen Namen. Welche Schutzfunktionen dann sinnvoll sind, beschreibt der Bereich Prepaid für Kinder und Senioren. Für Tablets, Router oder Smartwatches gelten die gleichen Regeln: Auch reine Daten-SIMs müssen per Ausweis aktiviert werden.

Nach der Aktivierung

Ist die Karte aktiv, laden Sie Guthaben auf und buchen eine Option. Welche Aufladewege es gibt, steht unter Guthaben aufladen. Möchten Sie statt einer Plastikkarte ein digitales Profil nutzen, lesen Sie eSIM mit Prepaid.

Fragen und Antworten

Häufige Fragen

Kann ich eine Prepaid-Karte ohne Ausweis aktivieren?

Nein, nicht legal. Seit Juli 2017 muss jede Prepaid-SIM vor der Freischaltung einer geprüften Person zugeordnet werden. Angebote, die eine Aktivierung ohne Ausweis versprechen, sollten Sie meiden.

Welche Ausweise werden akzeptiert?

In der Regel der deutsche Personalausweis, Reisepässe und Aufenthaltstitel. Welche Dokumente ein Anbieter bei welchem Verfahren annimmt, steht in seinen Aktivierungshinweisen. Nicht jedes ausländische Dokument funktioniert bei jedem Video-Ident.

Wie lange dauert die Aktivierung?

Nach erfolgreicher Prüfung meist wenige Minuten bis einige Stunden. Bei manchen Verfahren, etwa einer Prüfung in der Postfiliale, kann es länger dauern, weil die Daten erst übermittelt werden.

Darf ich eine Prepaid-Karte für jemand anderen aktivieren?

Sie können eine Karte auf Ihren Namen aktivieren und weitergeben, etwa an Ihr Kind. Vertragspartner und verantwortlich bleiben dann aber Sie. Für Erwachsene sollte jede Person ihre Karte auf sich selbst registrieren.

Zuletzt überarbeitet am 27. Oktober 2026. Fehler entdeckt? Schreiben Sie der Redaktion.