Prepaid-Tarife

Was wurde aus Free-SMS? SMS, Messenger und RCS heute

Kostenlose SMS über Webseiten waren in den 2000ern beliebt. Warum es sie kaum noch gibt, wofür die SMS heute gebraucht wird und was RCS und Messenger bieten.

Free-SMS-Dienste gibt es praktisch nicht mehr. Die Webseiten, über die man in den 2000er-Jahren kostenlos Kurznachrichten an jedes Handy schicken konnte, wurden von Messenger-Apps und günstigen SMS-Flatrates verdrängt. Die SMS selbst ist geblieben: als Kanal für Sicherheitscodes, als Rückfallebene ohne Internet und, in modernisierter Form, als RCS in der Standard-Nachrichten-App.

Auch unter der Adresse prepaido.de gab es in dieser Zeit eine Community für Sparfüchse, mit einer Liste der damaligen Discount-Anbieter und einem Bereich für kostenlose SMS. Mehr zur Geschichte der Adresse steht unter Über prepaido.de. Dieser Artikel ordnet ein, was aus der Idee geworden ist und was das für Ihren Prepaid-Tarif bedeutet.

Die Zeit der Free-SMS

Anfang und Mitte der 2000er-Jahre war die SMS teuer. Wer per Prepaid-Karte schrieb, zahlte für jede einzelne Nachricht, Flatrates waren selten. Gleichzeitig verbreitete sich das Internet zu Hause. Daraus entstand ein ganzes Ökosystem an Webseiten, über die man SMS am Computer eintippen und kostenlos verschicken konnte.

Finanziert wurden diese Dienste meist über Werbung. Typisch waren:

  • ein Tageskontingent an kostenlosen Nachrichten pro Nutzer
  • eine Registrierung mit Bestätigung der eigenen Handynummer
  • ein Werbetext, der an die Nachricht angehängt wurde
  • verkürzte Nachrichtenlänge, damit Platz für die Werbung blieb
  • Wartezeiten oder Zustellung mit Verzögerung bei hoher Auslastung

Für viele Jugendliche und Wenignutzer war das damals eine echte Ersparnis. Wer eine Prepaid-Karte nutzte und sparsam auflud, konnte so den Großteil seiner Nachrichten kostenlos verschicken und das Guthaben für Anrufe aufheben. Listen mit funktionierenden Diensten wurden in Foren und Communitys gepflegt und regelmäßig aktualisiert, weil Angebote oft schnell wieder eingestellt wurden. Die Zustellung war allerdings nie garantiert, und mancher Dienst verschwand so plötzlich, wie er gekommen war.

Warum es sie heute kaum noch gibt

Mehrere Entwicklungen haben das Modell beendet:

  1. Smartphones und mobiles Internet. Mit Datenflatrates wurden Messenger-Apps zur kostenlosen Alternative, direkt auf dem Handy statt am Computer.
  2. SMS-Flatrates. Viele Prepaid-Pakete enthalten heute eine Flatrate für SMS in alle deutschen Netze. Eine kostenlose Website lohnt sich dann nicht mehr.
  3. Missbrauch. Anonyme SMS-Versender wurden für Belästigung, Spam und Betrug genutzt. Netzbetreiber gingen stärker gegen ungeprüfte Massenversender vor.
  4. Werbung lohnte sich nicht mehr. Mit sinkender Nutzung brach die Finanzierung weg.

Webseiten, die heute noch kostenlose SMS versprechen, sollten Sie mit Vorsicht behandeln. Die eingegebenen Nummern, Ihre eigene und die des Empfängers, können gesammelt und für Werbung oder Betrugsversuche genutzt werden.

Wofür die SMS heute noch gebraucht wird

Im privaten Austausch spielt die SMS nur noch eine Nebenrolle. Unverzichtbar ist sie in anderen Bereichen:

Einsatz Warum per SMS
Sicherheitscodes für Banking und Onlinekonten funktioniert auf jedem Handy, ohne App
Benachrichtigungen von Paketdiensten, Ärzten, Behörden erreicht jeden mit Rufnummer
Kommunikation ohne Internet läuft auch bei schwachem oder fehlendem Datenempfang
Tastenhandys und Seniorenhandys oft der einzige Nachrichtenkanal
Nachrichten des Anbieters Guthabenstand, Paketbuchung, Roaming-Hinweise

Gerade für Prepaid-Kundinnen und -Kunden ist die SMS wichtig: Viele Anbieter informieren per SMS über den Guthabenstand, über verbrauchtes Datenvolumen oder über Preise nach dem Grenzübertritt.

Betrugsversuche per SMS sind verbreitet. Gefälschte Nachrichten im Namen von Paketdiensten, Banken oder Ihrem Mobilfunkanbieter enthalten Links zu nachgemachten Seiten. Klicken Sie keine Links in unerwarteten SMS an und geben Sie niemals Codes weiter, die Sie per SMS erhalten haben.

Messenger: der Nachfolger im Alltag

Messenger-Apps haben die SMS im privaten Austausch weitgehend ersetzt. Sie bieten Gruppenchats, Sprachnachrichten, Fotos, Videos und Anrufe über das Internet. Die Nachrichten verbrauchen Datenvolumen, bei Text allerdings sehr wenig.

Worauf Sie bei der Wahl achten können:

  • Verschlüsselung: Ist Ende-zu-Ende-Verschlüsselung Standard für alle Chats oder nur optional?
  • Anmeldung: Braucht die App eine Telefonnummer, oder geht es auch ohne?
  • Kontakte: Wird das Adressbuch hochgeladen?
  • Verbreitung: Nutzen die Menschen, mit denen Sie schreiben, dieselbe App?
  • Medien-Download: Lässt sich das automatische Herunterladen von Bildern und Videos einschränken?

Viele Messenger verlangen bei der Anmeldung eine Telefonnummer, die per SMS bestätigt wird. Wechseln Sie die Nummer, sollten Sie die App rechtzeitig umstellen.

RCS: die modernisierte SMS

RCS steht für Rich Communication Services. Gemeint ist ein Standard, der Messenger-Funktionen in die normale Nachrichten-App bringt, ohne dass Sie eine zusätzliche App installieren müssen. Auf vielen Android-Geräten ist RCS in der vorinstallierten Nachrichten-App enthalten, und seit iOS 18 unterstützt auch das iPhone RCS.

Was RCS gegenüber der SMS bietet:

  • Lesebestätigungen und Tippanzeige
  • Gruppenchats mit Teilnehmenden auf verschiedenen Systemen
  • Fotos und Videos in höherer Qualität
  • längere Nachrichten ohne Aufteilung in mehrere SMS
  • Nutzung über WLAN, etwa bei schlechtem Mobilfunkempfang

RCS läuft über die Datenverbindung oder WLAN, nicht über den klassischen SMS-Kanal. Ob RCS bei Ihnen funktioniert, hängt vom Gerät, von der Nachrichten-App und vom Mobilfunkanbieter ab. Bei manchen Prepaid-Marken ist RCS verfügbar, bei anderen nicht. Kann der Empfänger kein RCS, schicken die Apps die Nachricht in der Regel automatisch als SMS.

Bei der Verschlüsselung unterscheidet sich RCS je nach Umsetzung. Prüfen Sie in der Nachrichten-App, ob ein Chat als verschlüsselt gekennzeichnet ist, bevor Sie dort vertrauliche Informationen teilen.

Nachrichten beim Nummern- oder Gerätewechsel

SMS und RCS hängen an Ihrer Rufnummer, Messenger meist an einem Konto, das mit der Nummer verknüpft ist. Daraus ergeben sich ein paar praktische Regeln:

  • Nummer behalten: Nehmen Sie beim Anbieterwechsel Ihre Nummer mit, bleiben SMS, RCS und Messenger-Konten unverändert erreichbar.
  • Neue Nummer: Stellen Sie Messenger-Konten und Sicherheitscodes bei Banken und Onlinediensten auf die neue Nummer um, solange die alte noch aktiv ist.
  • iPhone zu Android: Wer vom iPhone wechselt, sollte vorher iMessage für seine Nummer abmelden. Sonst kommen Nachrichten anderer iPhone-Nutzer womöglich nicht als SMS an.
  • Chatverlauf: SMS-Verläufe werden nicht automatisch auf ein neues Gerät übertragen. Nutzen Sie die Übertragungsfunktion beim Einrichten oder ein Backup.

Eine freigegebene Nummer wird nach einiger Zeit neu vergeben. Wer seine Prepaid-Karte aufgibt, ohne die Nummer bei Diensten zu ändern, riskiert, dass Codes und Nachrichten bei einer fremden Person landen.

Was das für Ihren Prepaid-Tarif bedeutet

Für die Tarifwahl sind SMS heute selten das entscheidende Kriterium. Wichtiger ist das Datenvolumen, denn darüber laufen Messenger und RCS. Wie viel Sie brauchen, hilft Ihnen der Ratgeber Wie viel Datenvolumen brauche ich wirklich? abzuschätzen.

Diese Fragen helfen bei der Einordnung:

  • Schreiben Sie fast nur über Messenger? Dann genügt ein Tarif mit SMS pro Stück oder kleiner Flatrate.
  • Schreiben Sie viel mit Menschen, die kein Smartphone haben? Dann ist eine SMS-Flatrate sinnvoll.
  • Reisen Sie oft? SMS innerhalb der EU kosten mit EU-Roaming in der Regel so viel wie zu Hause.
  • Nutzen Sie ein Tastenhandy? Dann sind SMS oft der wichtigste Kanal neben Anrufen.

Eingehende SMS sind in Deutschland in aller Regel kostenlos, auch bei Prepaid. Sicherheitscodes kommen also auch an, wenn Ihr Guthaben aufgebraucht ist, solange die Karte aktiv ist. Wie Prepaid-Tarife aufgebaut sind und welche Bausteine es gibt, erklärt der Bereich Prepaid-Tarife.

Fragen und Antworten

Häufige Fragen

Gibt es heute noch kostenlose SMS im Internet?

Vereinzelt gibt es noch Webseiten, die kostenlose SMS versprechen. Seriös sind die wenigsten: Oft fehlt eine verlässliche Zustellung, und die eingegebenen Rufnummern können für Werbung oder Betrug genutzt werden. Wer viele SMS verschickt, fährt mit einem Tarif mit SMS-Flatrate besser.

Was ist der Unterschied zwischen SMS und RCS?

Die SMS ist ein reiner Textdienst des Mobilfunknetzes mit 160 Zeichen pro Nachricht. RCS nutzt eine Datenverbindung oder WLAN und bietet Funktionen wie Lesebestätigungen, Tippanzeige, Gruppenchats und hochauflösende Bilder. Kann der Empfänger kein RCS, fällt die Nachricht in der Regel automatisch auf SMS zurück.

Kostet RCS Datenvolumen?

Ja, RCS-Nachrichten laufen über die Datenverbindung oder WLAN und verbrauchen Datenvolumen. Textnachrichten benötigen dabei nur sehr wenig. Bei Fotos und Videos kann mehr zusammenkommen, ähnlich wie bei Messenger-Apps.

Brauche ich in einem Prepaid-Tarif noch SMS?

Für Sicherheitscodes von Banken und Onlinediensten ja. Diese kommen per SMS und sind in der Regel kostenlos zu empfangen. Wenn Sie selbst kaum SMS schreiben, reicht ein Tarif, der SMS pro Stück abrechnet. Viele Pakete enthalten ohnehin eine SMS-Flatrate.

Zuletzt überarbeitet am 26. Oktober 2026. Fehler entdeckt? Schreiben Sie der Redaktion.