Prepaid-Tarife

Prepaid-Tarif wechseln: Checkliste in 7 Schritten

Ob neues Paket beim selben Anbieter oder Wechsel in ein anderes Netz: Mit dieser Checkliste behalten Sie Ihre Nummer, holen das Guthaben zurück und bleiben erreichbar.

Einen Prepaid-Tarif zu wechseln ist einfacher als bei einem Laufzeitvertrag: Es gibt keine Mindestlaufzeit, und Ihre Nummer können Sie kostenlos mitnehmen. Beim selben Anbieter genügt meist die Auswahl eines anderen Pakets in der App. Bei einem Wechsel zu einem neuen Anbieter sind die drei kritischen Punkte die Rufnummernmitnahme, das Restguthaben und der richtige Zeitpunkt. Mit den sieben Schritten unten vergessen Sie nichts.

Wie Prepaid-Tarife aufgebaut sind und welche Bausteine Sie vergleichen sollten, beschreibt der Bereich Prepaid-Tarife.

Erst klären: welcher Wechsel ist es?

Art des Wechsels Was passiert Nummer Guthaben Aufwand
Neues Paket beim selben Anbieter anderer Tarif, gleiche SIM bleibt bleibt auf dem Konto gering, meist in der App
Andere Marke im selben Konzern neuer Vertrag, neue SIM Mitnahme nötig wird nicht automatisch übertragen mittel
Neuer Anbieter, anderes Netz neuer Vertrag, neue SIM oder eSIM Mitnahme nötig auszahlen lassen mittel
Von Prepaid in einen Vertrag neuer Vertrag mit Bonitätsprüfung Mitnahme nötig auszahlen lassen mittel

Ob ein Laufzeitvertrag für Sie überhaupt die bessere Wahl wäre, klärt der Ratgeber Prepaid oder Vertrag.

Die Checkliste in 7 Schritten

  1. Bedarf prüfen. Schauen Sie in der App des Anbieters nach, wie viel Datenvolumen, Minuten und SMS Sie in den letzten Monaten tatsächlich verbraucht haben. Hinweise zur Einschätzung gibt Wie viel Datenvolumen brauche ich wirklich?.
  2. Netz am eigenen Wohnort prüfen. Ein günstigerer Tarif in einem schlechteren Netz ist kein Gewinn. Testen Sie bei Bedarf vorher mit einer Zweitkarte. Hilfe bei der Wahl gibt Welches Netz für Prepaid?.
  3. Neuen Tarif auswählen und Bedingungen lesen. Achten Sie auf die Laufzeit des Pakets, also vier Wochen oder Kalendermonat, die automatische Verlängerung, Kosten nach Verbrauch des Volumens und Kündigungsfristen.
  4. Portierungsfreigabe beim alten Anbieter abgeben. Bei Prepaid heißt das oft Verzichtserklärung. Erledigen Sie das im Kundenkonto oder per Formular, bevor Sie beim neuen Anbieter bestellen.
  5. Neuen Tarif mit Rufnummernmitnahme bestellen und SIM freischalten. Geben Sie Ihre alte Nummer und Ihre Daten exakt so an wie beim alten Anbieter. Die neue Karte oder eSIM schalten Sie per Ausweis frei.
  6. Restguthaben klären. Verbrauchen Sie das Guthaben vor dem Wechsel oder beantragen Sie die Auszahlung, am besten zusammen mit der Portierungsfreigabe.
  7. Portierungstag begleiten und aufräumen. Am Wechseltag die neue Karte einlegen, sobald die alte kein Netz mehr hat. Danach Komfortaufladung und Lastschrift beim alten Anbieter beenden und prüfen, ob die Karte gekündigt ist.

Der richtige Zeitpunkt

Bei Prepaid gibt es keine Mindestlaufzeit, trotzdem spielt der Zeitpunkt eine Rolle. Die meisten Pakete laufen über vier Wochen oder einen Kalendermonat und verlängern sich automatisch, wenn genug Guthaben vorhanden ist. Der günstigste Moment für einen Wechsel liegt deshalb kurz vor der nächsten Verlängerung:

  • Das bezahlte Paket ist fast verbraucht, Sie verschenken kein Inklusivvolumen.
  • Laden Sie vorher nicht mehr auf, damit kein unnötiges Restguthaben entsteht.
  • Prüfen Sie in den Bedingungen, ob Sie die automatische Verlängerung abbestellen müssen.
  • Planen Sie für die Lieferung der neuen SIM-Karte einige Tage ein, bei einer eSIM geht es oft schneller.

Wird die Portierung erst nach der nächsten Verlängerung wirksam, zahlen Sie im ungünstigen Fall ein weiteres Paket beim alten Anbieter. Das ist ärgerlich, aber kein Grund, den Wechsel zu überstürzen. Wichtiger ist, dass Freigabe und Mitnahmeantrag sauber zusammenpassen. Beantragen Sie die Mitnahme lieber etwas früher, denn der Termin lässt sich nicht beliebig kurzfristig festlegen.

Wechsel beim selben Anbieter

Bleiben Sie beim gleichen Anbieter und wählen nur ein anderes Paket, ist der Aufwand gering. In der Regel geht das in der App oder im Kundenportal. Typisch ist:

  • Der neue Tarif startet zum Ende des laufenden Abrechnungszeitraums.
  • Manche Anbieter erlauben einen sofortigen Wechsel, dann verfällt das restliche Inklusivvolumen des alten Pakets.
  • Das Guthaben bleibt auf dem Konto und wird für das neue Paket genutzt.
  • Die SIM-Karte bleibt dieselbe, die Nummer auch.

Prüfen Sie, ob der neue Tarif teurer ist als Ihr aktuelles Guthaben. Reicht das Guthaben bei der Verlängerung nicht, wird das Paket oft nicht gebucht, und Sie telefonieren und surfen zu teureren Standardpreisen oder gar nicht.

Wechsel zu einem neuen Anbieter

Hier kommt es auf die Reihenfolge an. Der neue Anbieter steuert die Portierung, der alte muss die Nummer aber freigeben. Wichtig:

  • Freigabe vor Kündigung. Kündigen Sie die alte Karte nicht ohne Mitnahmewunsch. Ist die Nummer erst freigegeben und neu vergeben, ist sie verloren.
  • Daten abgleichen. Name, Geburtsdatum und Kundennummer müssen bei beiden Anbietern übereinstimmen. Abweichungen sind der häufigste Grund für eine abgelehnte Portierung.
  • Termin abwarten. Der neue Anbieter nennt Ihnen den Portierungstermin. Bis dahin nutzen Sie die alte Karte weiter.

Den genauen Ablauf mit allen Erklärungen beschreibt der Bereich Rufnummernmitnahme. Wollen Sie die Nummer nicht behalten, hilft die Anleitung Prepaid-Karte kündigen.

Planen Sie den Wechseltag nicht direkt vor wichtigen Überweisungen oder Anmeldungen. Banking-Apps und Onlinekonten mit SMS-Codes können während der Umschaltung für einige Stunden nicht erreichbar sein.

Guthaben nicht verschenken

Beim Anbieterwechsel wird Ihr Guthaben nicht übertragen. Sie haben zwei Möglichkeiten:

  • Vorher verbrauchen: Laden Sie in den Wochen vor dem Wechsel nicht mehr auf und nutzen Sie das vorhandene Guthaben.
  • Auszahlen lassen: Selbst eingezahltes Restguthaben erstattet der Anbieter nach Vertragsende auf Antrag. Start- und Bonusguthaben sind meist ausgenommen.

Wie Sie die Auszahlung beantragen, steht unter Restguthaben auszahlen lassen. Was mit Guthaben generell passiert und wie Sie Aufladungen im Blick behalten, erklärt der Bereich Guthaben aufladen.

Vergessen Sie nicht, eine eingerichtete Komfortaufladung beim alten Anbieter zu beenden und hinterlegte Zahlungsdaten zu löschen. Sonst wird im ungünstigsten Fall weiter Geld abgebucht.

Typische Fehler beim Tarifwechsel

  • alte Karte gekündigt, bevor die Mitnahme beantragt war
  • Tippfehler im Namen oder ein fehlender zweiter Vorname bei der Portierung
  • Guthaben vergessen und nach Monaten nicht mehr daran gedacht
  • Komfortaufladung oder Lastschrift beim alten Anbieter weiter aktiv
  • Gerät mit SIM-Lock, das die neue Karte nicht annimmt
  • neuer Tarif ohne 5G-Freigabe oder WLAN-Call, obwohl Sie das bisher genutzt haben

Vergleichen Sie bei Tarifen mit Vier-Wochen-Laufzeit die Kosten pro Jahr: Ein Jahr hat dreizehn Vier-Wochen-Zeiträume, nicht zwölf. Ein scheinbar günstigeres Paket kann dadurch über das Jahr teurer sein als ein Monatstarif.

Nach dem Wechsel

Prüfen Sie in den ersten Tagen, ob Anrufe, SMS und mobile Daten funktionieren. Kontrollieren Sie im Kundenkonto des neuen Anbieters, ob der gebuchte Tarif korrekt hinterlegt ist und ob Zusatzoptionen gebucht wurden, die Sie nicht wollten. Stellen Sie bei Bedarf die Zugangsdaten für mobiles Internet ein, falls das Gerät sie nicht automatisch übernimmt. Ihre Nummer bleibt gleich, Messenger und Banking-Apps müssen Sie deshalb nicht umstellen. Nur wenn Sie zusätzlich das Gerät wechseln, übertragen Sie Apps und Authenticator-Codes wie bei jedem Handywechsel.

Fragen und Antworten

Häufige Fragen

Kann ich meinen Prepaid-Tarif jederzeit wechseln?

Beim selben Anbieter geht das meist jederzeit, wirksam wird der neue Tarif aber oft erst zum nächsten Abrechnungszeitraum. Ein Wechsel zu einem anderen Anbieter ist bei Prepaid ebenfalls jederzeit möglich, weil es keine Mindestlaufzeit gibt. Kündigungsfristen stehen in den Bedingungen des Anbieters.

Verliere ich beim Tarifwechsel mein Guthaben?

Beim Wechsel innerhalb desselben Anbieters bleibt das Guthaben in der Regel auf dem Konto. Beim Wechsel zu einem anderen Anbieter wird es nicht übertragen. Selbst eingezahltes Restguthaben können Sie sich nach Vertragsende auszahlen lassen, Bonus- und Startguthaben meist nicht.

Brauche ich beim Anbieterwechsel eine neue SIM-Karte?

Ja, der neue Anbieter schickt Ihnen eine neue SIM-Karte oder eine eSIM. Diese müssen Sie wie jede Prepaid-Karte mit Ausweis freischalten. Ihre bisherige Nummer wird am Portierungstag auf die neue Karte übertragen.

Was kostet der Wechsel mit Rufnummernmitnahme?

Die Mitnahme der Nummer ist für Verbraucherinnen und Verbraucher seit Dezember 2021 kostenlos. Kosten können durch einen Startpreis für die neue SIM-Karte entstehen, je nach Anbieter.

Zuletzt überarbeitet am 26. Oktober 2026. Fehler entdeckt? Schreiben Sie der Redaktion.